Mittwoch, 7. März 2012

Pater noster auf Lateinisch - Euralinga

Deutsch
Vater unser im Himmel!
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Lateinisch
Pater Noster, qui es in caelis:
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimitte nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in temptationem,
sed libera nos a malo.
Quia tuum est regnum, et potestas,
et gloria in saecula.
Amen.

Euralinga
Patro mia, cu e in sieli:
ûre santîta ta nama,
advenêa ta rego,
occadêa ta vole, coma pa sielo anca pa tero,
hâdîa panon mia mêi donê,
i pordonê mêi culpan mia,
coma anca pordonim culpantos mia
i na ducê mos a nella probe,
seda liberê mos dé mala.
Dê esa cosa tê e la rego, i la pova,
i la fameza nella væda.
Amen.

Samstag, 3. März 2012

Grammatik Euralinga - Slovio

Sich die Sprachprodukte anderer Sprachplaner zu betrachten, bringt immer neue Erkenntnisse. Die slawische Plansprache Slovio ist ein geeignetes Studienobjekt. Diese Sprache ist für Westeuropäer völlig fremd, da sie zu fast 100 Prozent nur den slawischen Sprachraum abdeckt. Für jedes romanische Lehnwort in dieser Sprache ist man "dankbar". In der Umgangssprache herrschen die rein slawischen Bestandteile des Wortschatz vor. In der gehobenen Sprache und Fachsprache findet man die üblichen internationalen Wörter

Nomen

Plural nouns ending in a vowel are formed by adding -s. Plural nouns ending in a consonant are formed by adding -is. Examples: okno (window), oknos (windows); dom (house), domis (houses). 

siehe: http://www.slovio.com/1/0.slovio/index.html#pre-suf 

Was eigentlich Nomen sind, hat der Erfinder dieser Sprache nicht definiert. Er übernimmt einfach die gängigen Nomentradtion, wie er sie aus seiner slowakischen Muttersprache kennt. Semantische Unterscheidungen wie dinglich, abstrakt, verbal kommt ihm nicht in den Sinn. Das Gleiche gilt übrigens auch für Esperanto, IDO und die anderen Plansprachen ähnlichen Typs.

Slovio
Nomen enden auf -a, -e, -i oder Konsonant, keine semantische Unterscheidung, vielmehr unreflektierte Übernahme aus vorgefundener natürlicher Sprache

okno (Fenster), jazika (Sprache), zemla (Land), morie (Meer)

Euralinga
Nomen enden auf -o (dinglich), -a  (abstrakt), -e (verbal)

fenetro (Fenster), la linga (Sprache), la baite (Biss)

Plural
Slovio: -s
Euralinga: -i

Objekt
Slovio: -f (Sg.), -fs (Pl.) zum Ausdruck des Genitivs und Akkusativs und der Richtung


Slovio zeigt sich hier polysemisch, nicht gerade präszise. Aus der Wortstellung ergibt sich erst die Bedeutung dieser Morpheme.


Euralinga: 
da zum Ausdruck des Genitivs
a zum Ausdruck des Dativs


-n (Sg.), -s (Pl.) zum Ausdruck des Akkusativs

Euralinga benutzt eine Mischung aus Partikeln und Endungen. Sie ist sehr präsize.

Adjektive
Slovio: -ju oder alternativ -(e)sk (nach persönlichem Geschmack)
dobrju (gut), velju (groß)

Alternativformen sind typische Kennzeichen flektierender Sprachen. In einer Plansprache haben sie nichts zu suchen! Das Charakteristikum von Plansprachen soll eine Vereinfachung in Richtung Regularität sein, nicht die Widerspiegelung von Ungereimtheiten aus natürlich gewachsenen Sprachen.

Euralinga: -a
bona (gut), mega (groß)

Adverb
Slovio: -uo
dobruo (gut), bistruo (schnell)

Euralinga -a (wie beim Ajektiv)
bona (gut), rapida (schnell)
 
Aus der Stellung der Adjektive im Satz ergibt sich ihre Funktion, ob sie nun als Attribute, Adverbien oder als Prädikatsadjektive benutzt werden.

Il e bona. (Er ist gut)
Il vade rapida. (Er geht schnell)
La bela femo parle. (Die schöne Frau spricht)

Komparativ
Slovio: plus, bolš, -juš (alles Alternativformen)
plus velju (größer)
bolš velju (größer)
veljuš (größer)

Alternativformen zu gebrauchen ist blanker Unsinn in einer Plansprache.

Bei den Adverbien gibt es noch die Variante: -ue

plus veljuo (größer)
bolš veljuo (größer)
veljue (größer)

Wer also Unregelmäßigkeiten suchen, ist bei Slovio an der richtigen Adresse.

Euralinga: pla (mehr)

pla mega (größer)


Die Komparativformen für "weniger" lauten "minus" oder "menš" (in Slovio), in Euralinga "mina".

Die Superlativformen lauten "maks" oder "nai" (in Slovio) mit der Bedeutung "am meisten, größten", in Euralinga "-îma". Die jeweiligen "am wenigsten" lauten "min" oder "naimenš", in Euralinga: "minîma".

Die Ähnlichkeit zwischen Slovio "minus" (weniger) und "min" (am wenigsten) ist eine Zumutung für den Lerner.

vgl. Euralinga
pla (mehr) - plîma (am meisten) - megîma (am größten)
mina (weniger) - minîma (am wenigsten)

Der Superlativ endet aufma. Die Wörter erinnern an schon bekannte Wörter (minus, plus, Minimum), was ihre Wiedererkennung verstärkt. Und sie sind eindeutig unterscheidbar.

Verben

The Slovio roots can have various endings. The Slovio basic verb-form is formed by adding one of the following: -vit, -it, -t, to the root. Which one of the three ending is added depends on the root. If the root ends with vowel "o" then we add "-vit". It the root ends with a consonant, then we add -it. If the root ends with vowels "a, e, i, u," then we add only -t. In order to bring more clarity into our communication it may help to add "-vit" also in those cases where it is not required.

Komplizierter geht's nimmer. Ein Grausen!

Euralinga: -e

Tempus
Slovio - Euralinga


Präsens: es -- -e
Futur: bu, -b -- -oža
Präteritum: bil, -l -- -eva
Konditional: bi, -lbi -- bî-

Slovio bedient sich reichlich mit dem Buchstaben "b", ein wenig mehr lautliche Differenzierung hätte nicht geschadet.


Aspekte
Slovio: -va- (Dauer), zu- (Resultat)

Euralinga: -eva (Dauer = Imperfekt), - (Resulat = Aorist)


Die slawischen Aspekte sind in der Euralinga grammatikalisiert, d. h. der Sprecher muss sich zwischen den beiden Aspekten entscheiden. Er hat nicht die Möglichkeit, dies anhand von zusätzlichen Partikel zu tun. Damit muss er in diesen Kategorien denken, was seinen Denkhorizont erweitert. 


Partizipien
Slovio - Euralinga


Aktiv
Partizip Präsens: -tsju -- -enta
Partizip Präteritum: -lsju -- -inta
Partizip Futur: -bsju -- -onta


In Slovio fällt das Infix-s auf, das im Passiv fehlt.


Passiv

Partizip Präsens: -tju

Partizip Präteritum: -lju -- ta

Partizip Futur: -bju -- -ôta



In der Euralinga sind die partizipialen Formen abgeleitet von den Tempusendungen. Im Aktiv ist ein Infix-n zu gebrauchen.

Präsens: -e -> -enta
Präteritum:- -> -inta, -îta
Futur: -oža -> -onta, -ôta


Ein passives Partizip Präsens kann es nicht geben, weil der Vorgang schon abgeschlossen ist.


Affixe
Die "richtigen" Affixe zu bilden ist eine Heidenarbeit und lässt sich nicht mal eben erledigen. Was im Endresultat so "einfach" aussieht, beruht auf jahrelangem Nachdenken, Experimentieren, Vergleichen, Verwerfen, Neuschaffen, Selbstkritik, vor allem --- Selbstkritik. Von Bloglesern habe ich leider nur wenig erfahren, was ich für die Euralinga hätte brauchen können.


Geschlecht
Slovio - Euralinga
männlich: -ic, -nic -- -êro
weiblich: -ica, -nica --  -îno
Kind: -inča, -ninča -- -eudo

kot - catso (Katze, Kater)
kotic - catsêro (Kater)
kotica - catsîno (Katze)
kotinča - catseudo (Kätzchen)


Die Ableitung von weiblichen Begriffen aus männlichen ist absolet. Slovio hat sich davon nicht gelöst.

Gegenteil: bez-


dobrju - bona (gut) -- bezdobrju - mala (schlecht) 


Den Unsinn des Esperantos macht Slovio nach. Eine Sprache aus lauter Antonymen zu bilden rächt sich bei der Wortbildung. Mit anderen Affixen erweiterte Antonyme wirken hölzern und umständlich.

Mangel: ne- (na, nî-)

dobrju - bona (gut) -- nedobrju - na bona (nicht gut) - nîbona (ungut)

Usprung: pra- (palæ-)

otec - patro (Vater) -- praotec - palæpatrôno (Urgroßvater)

Die Ableitung des "Urgroßvaters" aus dem "Vater" ist nicht nachvollziehbar.

Schlecht: zlo- (mis-)

upotrebit - uze (benutzen) -- zloupotrebit - misuze (missbrauchen)

Die Kombination von "z" und "l" ist gewöhnungsbedürftig, aber aussprechbar. Die Westeuropäer könnten ruhig ihre Zunge mal ein wenig trainieren.


Groß: vel- (-ôn-)

grod - vilo (Stadt) -- velgrod - vilôno (Großstadt)


 
Klein: mal- (-êt-)

grod - vilo (Stadt) -- malgrod - dorfo (Dorf) - vilêto (Kleinstadt)

Abgesehen von der Vorsilbe "mal", die an "schlecht" erinnert, jedoch von "malenkij" abgeleitet ist, ist eine "kleine" Stadt kein "Dorf".

Halb: pol- (semi-)

den - hora (Tag) -- polden - semihora (Mittag)


Über, zu sehr: nad- (tró-)

velju - mega (groß) -- nadvelju - trómega (überdimensioniert)


Unter, Vize: pod- (sub-)

prezident - præsidisto (Präsident) -- podprezident - subpræsidisto (Vizepräsident)

Anti-: proti- (antî-)

virus - viruso (Virus) -- protivirus - antîviruso (Antivirus)

Wenig, schwach: slab- (-êt-)

belju - blanca (weiß) -- slabbelju - blancêta (weißlich)

Viel: mnog- (mulî-)

svet - coloro (Farbe) -- mnogsvetju - mulîcolora (vielfarbig)

Eins: din- (ûn-)

svet - coloro (Farbe) -- dinsvetju - ûncolora (einfarbig)

inter-, zwischen: mežu- (inter-)

narodju - natiôna (national) -- mežunarodju - internatiôna (international)

mit, zusammen: so- (con-)

robit - labore (arbeiten) -- sorobit - collabore (zusammenarbeiten, kooperieren)

selbst: samo- (auta-)

Slovio: let (fliegen) -- samolet (Flugzeug)
Euralinga: care (fahren) -- autacaro (Auto) 


Material: -iv, -ivo, -vo (-až-)

Slovio: toplu (warm) -- toplivo (Heizbrennstoff)
Euralinga: calda (heiß) -- caldažo (Heizbrennstoff)

Ding: -lka, -k, -nak, -nek, -nok, -nov, -čka (-o)

igrat - lude (spielen) -- igralka - ludo (Spielzeug)
pitit - beve (trinken) -- pitok - bevo (Getränk)
sidit - side (sitzen) -- sidička - sido (Sitz)


So viele Endungen für den gleichen Zweck im Slovio sind ein Ausdruck von Wirrwarr und blinder Übernahme von vergangenen Strukturen. Chaos pur!

čai - šajo (Tee) -- čainek - šajavazo (Teekanne)

In der Euralinga gibt es mehr Differenzierungen.  "vazo" = Kanne, Vase


Zweck: -ilo ()

Slovio: umivat (waschen) -- umivalo (Ausgussbecken)

Werkzeug, Apparat: -idlo (-îlo)

Slovio: letit (fliegen) -- letidlo (Flugzeug)

Euralinga: calde (heizen) -- caldîlo (Heizung

Maschine: -itor (-mašino)

pračit - lave (waschen) -- pračtor - lavamašino (Waschmaschine)
vibrit - vibre (vibrieren) -- vibritor - vibramašino (Vibrator)


Freitag, 2. März 2012

Richtungsangaben Euralinga - Slovio

Die slawische Plansprache Slovio wurde von dem Slowaken Mark Hučko entwickelt. Er glaubt, dass sie überall auf der Welt gut verständlich wäre, was aber in außerslawischen Gebieten natürlich nicht der Fall ist. Wer keine slawische Sprache gelernt hat, wird diese eigentümliche Sprache nicht verstehen.

Ich demonstriere anhand von Beispielen wie Hučko Richtungsangaben wiedergibt.


Peter sidijt na stul. (Peter is sitting on a chair.)
Peter sidijt na stuluf. (Peter is sitting down on a chair.) (Direction)


Peter idijt v škol. (Peter is walking inside school.)
Peter idijt v školuf. (Peter is walking towards school.) (Direction.)


Peter idijt na gora. (Peter is walking on a mountain.)
Peter idijt na goraf. (Peter is going onto a mountain.) (Direction)


siehe: http://www.slovio.com/1/0.slovio/index.html 

Die Endung -uf oder -af soll den Objektfall kennzeichnen. Er hat die Funktion der Richtungsangabe. Im Esperanto übernimmt dies die Endung -n. Ursprünglich ist diese Konstruktion wohl aus dem Lateinischen übernommen worden. Dort findet man sie auch. 

Peter sidijt na stul.  (wörtlich: Peter sitzt auf Stuhl)
Peter sidijt na stul-uf. (wörtlich: Peter sitzt auf Stuhl-OBJ), Abkürzung: OBJ = Objekt

Euralinga:

Peter side upa la stulo.  (wörtlich: Peter sitzt auf der Stuhl)
Peter sê sæde ad upa la stulo.  (wörtlich: Peter sich setzt  hin auf der Stuhl)

Das Partikel a (ad vor Vokal) zeigt die Richtung an.

In Slovio hat das Verb sidij- sowohl eine statische ("sitzen") als auch dynamische Bedeutung ("sich setzen"). So etwas wird in der Euralinga explizit ausgedrückt. Der Kausativ vom Verb side (sitzen) wird durch den Vokal æ [ä] gebildet, das das Binnen-i ersetzt.


Statisch: side (sitzen) -> dynamisch = Kausativ: sæde (setzen), sê sæde (sich setzen)

Die anderen Sätze in Euralinga:


Peter perîvade nella scolo. (Peter geht in der Schule umher)
Peter vade a nella scolo. (Peter geht in die Schule.)

Peter perîvade upa la monto. (Peter geht auf dem Berg umher)
Peter vade ad upa la monto. (Peter geht auf den Berg.)

Hučko denkt in slawischen Aspekten (perfektiv - imperfektiv), weshalb er das Verb "idij" auch beim Lokativ im Sinn von "umhergehen" gebraucht, was beim eurischen Verb "vade" so nicht definiert ist. Die Vorsilbe perí- (umher) ist daher notwendig.

Um den Begriffsinhalt präziser anzugeben, wären symbolische Zeichen, sogenannte Logogramme wie im Chinesischen sehr vorteilhaft.

chin. qù, eur. vade (gehen)


Dieses Schriftzeichen symbolisiert einen Menschen mit einem nach links eingeknickten Bein. Es legt die eindimensionale Bewegung in eine Richtung fest und lässt die Bedeutung eines Umhergehens nicht zu.

Die slawische Denkweise ist eine andere als im Deutschen oder anderen westeuropäischen Sprachen, was man in der Plansprache Slovio beim aufmerksamen Lesen merkt. In der Euralinga lege ich Wert auf eine explizite Begrifflichkeit mit einer deutlichen Unterscheidung von Dynamik und Statik sowie Variationen davon mittels Affixen .



Donnerstag, 1. März 2012

Wortbildung Euralinga - Esperanto (-âr-)

Die Endung -âr- bezeichnet eine Ansammlung gleichartiger Wesen oder Gegenstände zu einem geschlossenen Ganzen (Sammelbegriff), eine Klasse, -schaft, -klasse

la âra (Schar, Menge, Masse, Quantität)

amigo (Freund) -- amigâro (Freundeskreis)
âvo (Vogel) -- âvâro (Vogelschar)
bruto (Vieh) -- brutâro (Viehherde, Viehbestand)
capilo (Haar) -- capilâro (Haarschopf)
colino (Hügel)  -- colinâro (Hügellandschaft)
cordo (Seil, Tau) -- cordâro (Tauwerk)
dento (Zahn) -- dentâro (Gebiss)
erge (werken) -- ergâro (Werk = Bücher)
folio (Blatt) -- – foliâro (Laub)
fyto (Pflanze) -- fytâro (Gewächs)
homo (Mensch) -- homâro (Menschheit)
juno (Jugendlicher) -- junâro (Jugend = Personen)
lapido (Stein) -- lapidâro (Gestein, Steinhaufen)
monto (Berg) -- montâro (Gebirge)
musculo (Muskel) -- musculâro (Muskulatur)
rege (regieren, herrschen) -- regâro (Regierung)
šafo (Schaf) -- šafâro (Schafherde)
scrubo (Busch) -- scrubâro (Gebüsch)
servisto (Butler, Diener) -- servâro (Dienerschaft)
vazo (Vase, Gefäß) -- vazâro (Geschirr)
vetula (alt) -- vetulâro (die Alten)
la vorta (Wort) -- vortâro (Wörterbuch, Diktionär)

Mittwoch, 29. Februar 2012

Wortbildung Euralinga - Esperanto (-ân-)

Das Suffix -án- bedeutet: Mitglied, Anhänger einer Religion, Einwohner, Nationalität.

âno (Mitglied, Anhänger einer Religion, Einwohner)
la âda (Mitgliedschaft = Mitglied sein)
âro (Anhängerschaft, -kreis, Einwohnerschaft)

Činia (China) -- činâno (Chinese)
la congrese (Kongress) -- congresâno (Kongressteilnehmer)
crista (christlich) -- cristâno (Christ)
la curse (Kurs) -- cursâno (Kursteilnehmer) 
deuta (deutsch) -- deutâno (Deutscher)
dorfo (Dorf) -- dorfâno (Dorfbewohner, Dörfler)
grupo (Gruppe) -- grupâno (Gruppenmitglied)
la idea (Idee) -- ideâno (Gleichgesinnter)
isolo (Insel) -- isolâno (Inselbewohner, Insulaner)
lando (Land, Staat) -- landâno (Staatsangehöriger)
Luther (Luther) -- lutherâno (Lutheraner)
la sovete (Beratung) -- sovetâno (Rat, Ratsmitglied, Senator)
vilo (Stadt) -- vilâno (Städter)

Die Endung n- wurde im Esperanto richtig angewandt. Sie ist sehr nützlich. Ursprünglich stammt sie aus dem Lateinischen.

Dienstag, 28. Februar 2012

Wortbildung Euralinga - Esperanto (-až-)

Das Suffix -až- bezeichnet konkrete Sache, bestehend aus dem Stoff, den die Wurzel bezeichnet, Stoffe, Fleisch, Stück

aragno (Spinne) -- aragnažo (Spinngewebe)
esa (dies) -- la esážo (das Sein, das Seiende, Dasein, Existenz)
fyse (wachsen) -- fysažo (Gewächs)
galo (Huhn) -- galažo (Hähnchenfleisch)
jumbovo (Rind) -- jumbovažo (Rindfleisch)
mercate (handeln, Handel treiben) -- mercatažo (Ware)
paco (Paket, Packen) -- pacažo (Gepäck)
pešo (Fisch) -- pešažo (Fischspeise, Fischgericht)
porco (Schwein) -- porcažo (Schweinefleisch)
šafo (Schaf) -- šafažo (Hammelfleisch)
želo (Eis) -- želažo (Speiseeis)

Im Esperanto bezeichnet diese Bildesilbe auch Abstrakta, was nicht recht zu seiner dinglichen Bedeutung passt, z. B. Kinderei, Neuigkeit, Ereignis. Dieses Vorgehen des Spracherfinders Zamenhof belegt, dass er noch an alten Sprachstrukturen hing und sich nicht von ihnen gelöst hatte.
Die Euralinga soll eindeutiger sein, weshalb sie streng zwischen dinglichen und abstrakten Nomen trennt.

Wortbildung Euralinga - Esperanto (-âd-)

Das Suffix -âd- drückt die Dauer, das Andauern oder die Wiederholung einer Tätigkeit oder eines Zustands aus.

âda (lange)

alcole (Alkohol trinken) -- alcolâde (saufen, sich betrinken)
applaude (applaudieren, Beifall klatschen) -- applaudâde (anhaltend, wiederholt Beifall klatschen)
clame (schreien) -- clamâde (Geschrei machen) 
cure (laufen) -- curâde (joggen, Dauerlauf machen)
perîprende (umarmen, umfassen) -- perîprendâde (andauernd, gewohnheitsmäßig umarmen) 
por loca da (anstatt) -- porlocâde (dauernd, häufig vertreten)
reste (bleiben, verweilen) -- restâde (sich aufhalten, öfter verweilen)
spece (schauen) -- specâde (beobachten)

Im Esperanto wird diese Bildesilbe nicht treffsicher angewandt. Sie taucht auch bei Verben auf, wo es nicht ersichtlich ist, warum sie dort auftaucht, z. B. das Schicken, Gebrauchen, die Vergiftung, die Ernennung. Sie soll dann als Substantivierung eines Verbs dienen, eine wirklich ungeschickt definierte Zusatzbedeutung.