Sonntag, 22. Januar 2012

Aktionsarten im Deutschen

Auch im Deutschen gibt es Aktionsarten, die den Verlauf eines Geschehens näher definieren. Sie werden durch eine Vielzahl von Präfixen und Suffixen ausgedrückt. Wie in der gesamten deutschen Grammatik ist hier ein Wust von unterschiedlichsten Morpheme vorhanden, deren Bedeutungen synonym, mehrfach vorhanden oder die nicht mehr in ihrer ursprünglichen Bedeutung erkennbar sind. Das Deutsche gehört zu den Sprachen mit viel Ballast und Redundanzen, sehr schwierig zu erlernen und anzuwenden, abgesehen von der reduzierten Umgangssprache mit einem limitierten Wortschatz.

Die Grammatiker stellen die deutschen Aktionsarten so dar (1):

"1. Nach dem zeitlichen Verlauf des Geschehens unterscheidet man die durative (andauernde, also die zeitliche Begrenzung nicht beachtend) von der perfektiven (zeitlich begrenzten) Aktion:

a) zeitlich neutral (durativ), nur den Ablauf bezeichnend: jagen, arbeiten, suchen;

b) perfektive Verben:
inchoativ [ingressiv: beginnend]: abfahren, erblicken, loslaufen;
mutativ [Übergang oder Wandel bezeichnend]: grünen, faulen, gesunden;
resultativ [Abschluss, Ergebnis]: finden, erreichen, verblühen.

2. Die Eigenart des Geschehens (Tuns) bezeichnet man so:
a) veranlassend, bewirkend (kausativ, faktitiv): fällen (fallen machen), tränken (trinken machen), senken (sinken machen);
b) verstärkend (intensiv): endigen, brüllen, saufen;
c) abschwächend (diminutiv): lächeln (vs. lachen), hüsteln, tänzeln;
d) wiederholend (iterativ): betteln (vs. bitten), tröpfeln, sticheln (vs. stechen)."

An solchen Übersichten kann sich jeder Spracherfinder orientieren und daraus für sein Sprachprojekt Anregungen erhalten. Sie sind ein Prüfinstrument, inwieweit die eigene Sprache solche natürlich gewachsenen Sprachstrukturen ausdrücken kann. Eine "Verbesserung" bei offensichtlichen Mängeln und Unschärfen wäre dabei von Vorteil.

Euralinga

1. Zeitlicher Verlauf

a) zeitlich neutral (imperfektiv), nur den Ablauf bezeichnend:   
hunte (jagen), labore (arbeiten), šerše (suchen)

b) Lange Dauer (durativ): -áde
curáde (joggen, Dauerlauf machen)

c) perfektive Verben:
inchoativ [ingressiv: beginnend]: -esce
caresce (abfahren, losfahren), videsce (erblicken), curesce (loslaufen)

mutativ [Übergang oder Wandel bezeichnend]:
sé verde (grünen), sé putre (faulen), sé sane (gesunden)

resultativ [Abschluss, Ergebnis]: do-
dorecte (erreichen), doflore (verblühen)

2. Eigenart der Handlung
a) veranlassend, bewirkend (kausativ): -íze
cadíze (fällen = fallen machen), bevíze (tränken = trinken machen), sincóne (senken = sinken machen)

b) verstärkend (intensiv): -óne
finóne (beendigen), clamóne (brüllen), bevóne (saufen)

c) abschwächend (diminutiv) -éte:  
ridéte (lächeln versus lachen), toséte (hüsteln), danséte (tänzeln)

d) wiederholend (iterativ): -elne
petelne (betteln versus bitten), gutelne (tröpfeln), stingelne (sticheln versus stechen)

e) gewohnheitsmäßig, pflegen zu tun, oft (habituativ): uza-
uzadice (immer wieder sagen), uzage (gewöhnlich betreiben)

f) etwas wollen, erbitten, für etwas halten (voluntativ): ista-
istabezone (etwas für notwendig halten, bezone = brauchen)

Punkt f) habe ich dem 10. arabischen Stamm nachempfunden. Im Arabischen kann man zahlreiche Schätze entdecken, die sich gut für die Euralinga eignen. Diese Sprache vermag es, mit wenigen Vokalablauten umfangreiche Informationen zu vermitteln, wofür man in anderen Sprachen mehrere Wörter braucht.


(1) Quelle: http://norberto68.wordpress.com/2011/02/14/aktionsarten-im-deutschen/ (geprüft am 22.01.2012)

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