Pronomen
Die euralingischen Pronomen werden natürlichen Vorbildern nachempfunden. Zamenhof glaubte an sein willkürliche Schema der "Füllwörter", die nach bestimmten Silben zusammengesetzt werden, aber relativ ähnlich klingen "kiu", "kio" und damit zu Verwechslungen Anlass geben. Außerdem kennt das Esperanto einen Plural von Pronomen "kiuj", "tiuj", die einfach komisch klingen.
In der Euralinga wird zwischen dem attributivischen und nominalen Gebrauch unterschieden, was Esperanto nicht kann.
cé lu (wer?), cé li (wer alles?), esa (esa la) (dieser, -e, -es = Attribut),
esa lu (dieser, -e = Nomen Sg.), esa li (diese = Nomen Pl.)
Esp.: kiu (wer?), tiu (jener) (Singular), kiuj, tiuj (Plural)
cé (was?), esa (dieses = Attribut), esu (dieses = Nomen)
vgl. Esp.: kio (was?), tio (das)
Die Endungen -u und -o sind beim schnellen und nachlässigen Sprechen leicht verwechselbar.
Beispiel
Der Leser kann selber urteilen und sich die beiden Sätze "Esa animáli e hundi" (Diese Tiere sind Hunde) versus "Tiuj bestoj estas hundi" vor Augen führen, welcher der beiden Sätze einfacher aussprechbar ist und mehr Klang hat. Meiner Meinung nach hat das Esperanto das Nachsehen. Es klingt furchtbar und zwingt zum Radebrechen.
So richtig doof klingen die Pronomen: kiun (wen?), kiujn (welche?). Das hat Herr Zamenhof seinen Anhängern zugemutet. Davon ist zu unterscheiden kion (was?). Einfach schrecklich!
Euralinga: cé lon (wen?), céon, céan (was?). Das sind Akkusativformen von cé lu (wer?) und cé (was?).
coja (welche?)
Beispiel
Cojé partos hu montre? (Welche Teile zeigt es?), esp. Kiujn partojn ĝi montras?
Bei diesem Esperanto-Beispiel musste ich genau hinschauen, um nicht ein "j" zu vergessen.
por cé (warum?), por esa (darum, deshalb), esp. kial - tial
Por cé na scribevás la pismon? (Warum schriebst du nicht den Brief?), esp. Kial vi ne skribis leteron?
Por esa ad il scribevam. (Deshalb schrieb ich ihm.), esp. Tial mi skribis al li.
Personalpronomen
Die Personalpronomen sind in der Euralinga sehr differenziert und klanglich gut unterscheidbar.
Singular -u
mu (ich), tu (du), vu (Sie), lu (er, sie), il (er), el (sie), hu (es)
Plural -i
mi (wir), ti (ihr), vi (Sie), li (sie), ili (sie), eli (sie), hi (sie)
esp.:
mi (ich), vi (du), li (er), ŝi (sie), ĝi (es)
ni (wir), vi (ihr), ili (sie)
Esperanto sieht im Vergleich zu den Pronomen der Euralinga armseelig aus. "mi" und "ni" sind leicht verwechselbar. Eigentlich müsste es nach der Esperanto-Logik im Plural heißen: *moj, *voj, *iloj. Die normale Pluralendung -oj hat hier Zamenhof einfach geschlabbert. War das Absicht oder ärgerliche Ignoranz?
Possessivpronomen
Ihr Kennzeichen ist das Schluss-a, das an die bekannten Personalpronomen gehängt wird.
Personalpr. - Possessivpronomen, Singular - Plural
mu (ich) - ma (mein),
mi (wir) - mia (unser)
tu (du) - ta (dein),
ti (ihr) - tia (euer)
lu (er, sie) - la (sein, ihr),
li (sie) - lia (ihre)
hu (sie) - hua (ihr),
hi (sie) - hia (ihr)
Die dritte Peson differenziert nach Geschlecht lautet:
il (er) - ila (sein),
ili (sie) - ilia (ihr)
el (sie) - ela (ihr),
eli (sie) - elia (ihr)
Im Esperanto fehlt es an der lautlichen Unterscheidung von Singular und Plural. Beidesmal taucht das "i" auf.
z.B. mia (mein) - nia (unser)
Da muss man schon seine Ohren spitzen, um sich nicht zu verhören. Die Esperantisten haben ein schweres Erbe übernommen. Ist die Grundlage unsauber, wird auch das darauf errichtete Gebäude nicht sauberer:
mi (ich) - ni (wir),
mia (mein), nia (unser)
Logisch richtig wäre gewesen:
*mo (ich) - *moj (wir),
*ma (mein) - *moja (unser)
Esperanto und sein Plural (eine Auswahl)
1. Person: nia (mein) - niaj (unser)
3. Person: lia (sein) - iliaj (ihre)
Jeder kann sich selbst eine Meinung über die Bildungsweise der beiden Sprachen bezüglich des Possessivpronomens bilden. Wenn ich esp. iliaj (ihre) höre, dann ...
Reflexivpronomen
Dieses Pronomen lautet in der Euralinga sé und wird vor das Verb gesetzt.
esp. min, vin, nin, sin.
Sé laveo. (Ich wasche mich.), esp. Mi lavas min.
Sé lavés. (Du wäschst dich.), esp. Vi lavas vin.
Relativpronomen
da cé (wessen) - da cu (dessen), esp. kies (wessen) - ties (dessen)
Da cé libro e esa? (Wessen Buch ist das?), esp. Kies libro estas tiu?
Der Genitiv des Relativpronomens ist einer dieser Reinfälle des Esperanto, das nicht unbedingt logisch aufgebaut ist. Während der Genitiv sonst mit "de" angezeigt wird, hat Zamenhof einen Sprung - keinen Quantensprung - zum sächsischen Genitiv des Englischen ('s) gemacht, obwohl das unnötig war. Eigentlich hätte es *ti de (oder so ähnlich) lauten müssen.
Relativpronomen (Sg. - Pl.)
Nom. cu, ci (der, die, das)
Gen. cu da, ci da
Dat. a cu, a ci
Akk. cun, cus
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